SMARD-Utils – Speicheranalyse für Erneuerbare Energien

community – Quartiersspeicher

Szenario

Ein Wohnquartier – typisch 5.000–6.000 Haushalte – erzeugt Strom aus einer gemeinsamen Solar- und Windanlage und deckt damit einen Teil des eigenen Verbrauchs.

Der Batteriespeicher dient hier nicht primär der Erlösmaximierung, sondern der Autarkiesteigerung: Überschüsse aus der Mittagspitze werden gepuffert und stehen abends zur Verfügung, wenn Solarertrag und Windleistung nachlassen.

Das Tool bewertet, wie viel Strom vom Netz (zu Spot- oder Fixpreisen) eingekauft werden muss und wie stark der Speicher diesen Bedarf reduziert.

Standardregion: Luxemburg (lu)
Die Erzeugungsprofile von SMARD (auf Luxemburger Größenordnung herunterskaliert) dienen als Grundlage. Mit -r de wird das deutsche Profil verwendet.

Metriken

KenngrößeFormelBedeutung
Autarkierate 1 − residual / verbrauch Anteil des Verbrauchs, der aus Eigenerzeugung gedeckt wird
Spotpreis-Kosten Σ (residual[t] × preis[t]) Netzstrombezug bewertet zu stündlichen Spotpreisen
Fixpreis-Kosten residual × fix_costs_per_kwh / 100 Gleiche Restmenge zu einem festen Tarif
sp €/kWh (sp₀ − sp) / kapazität Spotpreis-Einsparung pro kWh Speicherkapazität
fp €/kWh (fp₀ − fp) / kapazität Fixpreis-Einsparung pro kWh Speicherkapazität

Zwei Referenzzeilen ermöglichen den Vergleich:

  • no renew: gesamter Verbrauch vom Netz, kein Erneuerbaren-Anteil
  • no bat: Erneuerbare vorhanden, aber kein Speicher – Überschüsse werden curtailed (oder eingespeist)

Konfiguration

ParameterStandard (Luxemburg)Bedeutung
year_demand2 804 × 1 000 × 6Jahresverbrauch (kWh) – hier 6 000 Haushalte × 2 804 kWh
solar_max_power5 000Installierte Solarleistung (kW)
wind_nominal_power5 000Installierte Windleistung (kW)
fix_costs_per_kwh11Referenz-Netzstrompreis (ct/kWh)
marketing_costs0,003Vermarktungskosten beim Verkauf (€/kWh)
year2024Jahr der Spotpreisdaten

Befehle

# Standard: dynamic_discharge, Luxemburg
community

# Tag-zuvor-Strategie
community -s day_ahead

# Deutschland-Profil
community -r de

# Eigene Datei
community -d quarterly/smard_data_lu/smard_2024_complete.csv

# Hilfe
community -h

Ausgabe

Zuerst erscheint eine Zusammenfassung der Eingangsdaten:

reference region: _lu, demand: 4961.54 GWh, solar: 296.13 GWh, wind 473.58 GWh
total demand: 16824.0 MWh   total Renewable_Source: 17586.11 MWh

Dann die Ergebnistabelle:

    cap MWh  resi MWh  exfl MWh  autarky  spp [T€]  fixp [T€]  sp €/kWh  fp €/kWh
   no renew   16824.0       0.0     0.00    1393.9     1850.6      0.00      0.00
     no bat    4868.0    5360.1     0.71     503.1      535.5      0.00      0.00
        0.1    4852.6    5341.4     0.71     500.7      533.8     23.54     16.99
        1.0    4726.8    5186.6     0.72     481.2      520.0     21.86     15.53
        5.0    4387.3    4750.7     0.74     430.7      482.6     14.49     10.58
       10.0    4274.1    4559.9     0.75     416.7      470.2      8.64      6.53
       20.0    4258.6    4412.3     0.75     415.6      468.4      4.38      3.35

Spalten:

SpalteBedeutung
cap MWhSpeicherkapazität
resi MWhReststrom vom Netz (MWh/Jahr)
exfl MWhÜberschuss-Einspeisung (MWh/Jahr)
autarkyAutarkierate (0–1)
spp [T€]Netzstrombezugskosten zu Spotpreisen
fixp [T€]Netzstrombezugskosten zu Fixpreis
sp €/kWhSpotpreis-Einsparung je kWh Kapazität
fp €/kWhFixpreis-Einsparung je kWh Kapazität

Wichtige Erkenntnis: Abnehmender Grenznutzen

Der Grenznutzen sinkt mit wachsender Speicherkapazität: 100 kWh Speicher bringen ~23,5 €/kWh Spotpreis-Einsparung – bei 1 MWh sind es noch ~21,9 €/kWh, bei 10 MWh ~8,6 €/kWh und bei 20 MWh ~4,4 €/kWh. Ab ~10 MWh verflacht die Kurve deutlich: der Speicher ist groß genug, um die tägliche Solar-Abend-Schwankung vollständig auszugleichen.

Hintergrund: Das Quartier erzeugt tagsüber Überschüsse (Solar + Wind) und hat abends Bedarf. Ein Speicher puffert genau diese Schwankung. Kleine Speicher (0,1–1 MWh) können schon einen großen Teil des Tageszyklus abdecken; größere Speicher bringen proportional weniger, weil sie die gleiche Nische füllen, nur mit mehr Reserve.